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Aus der Geschichte Molschlebens


Wie archäologische Funde in der Molschleber Flur beweisen, ist eine Besiedelung in diesem Gebiet bereits für die jüngere Steinzeit (40.000-8.000 v. u. Z.) nachweisbar. Die urkundliche Ersterwähnung des heutigen Ortes Molschleben geht unter der damaligen Bezeichnung „Magolfeslebo" auf das älteste Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld zurück. Dieses wurde auf Veranlassung des Mainzer Erzbischofs Lullus angelegt und durch Karl den Großen bestätigt.
 
 
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Informationen

Bürgermeister:
Herr Rolf Bärwolf

Gemeindeamt:
Gothaer Straße 18
99869 Molschleben
Tel: 036258 / 5 02 34

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Sprechzeiten:
Di. 16.00-18.00 Uhr

Link zur Webseite:
www.molschleben.de
 
 
Leider hat es keine Datierung, so dass es hinsichtlich seiner Entstehung zwischen 775 und 786 angesetzt werden muss. Dabei markiert das Jahr 775 den Zeitpunkt der Bestätigung des neuerrichteten Klosters durch den König, während es sich bei 786 um das letzte Amts- und Lebensjahr des Erzbischofs handelt. So wurde für Molschleben gleich den vielen anderen im Verzeichnis aufgeführten Orten das Jahr 786 als Jahr der urkundlichen Ersterwähnung zugrunde gelegt

Molschleben, in Urkunden auch Molsleben, Molsleiben, Malsleiben oder Masleibin genannt, war schon im 18. Jahrhundert ein ansehnliches fürstlich gothaisches Amtsdorf. Vor 1200 Jahren wurden bereits Ritter von Molschleben mit ihrem Wappen, zwei aufrecht stehenden Scheren, sogenannten Schafscheren, erwähnt.
Urkundlichen Überlieferungen zufolge gehörte Molschleben im 13. bis 15. Jhd. den Edelleuten von Malsleiben, die hier wie auch in anderen Orten des Herzogtums ansehnliche Güter besaßen. Das Dorf erhielt seinen Namen nach diesen Herren. Heinrich und Hans von Molschleben werden 1438 als letzte Nachkommen dieser Linie genannt.

Danach besaßen die Herren von Witzleben ein Rittergut in Molschleben, das auch als Edelhof bekannt ist und sich am Westausgang des Ortes befand. Im Jahre 1351 werden erstmalig Friedrich und Titzel von Witzleben in Molschleben genannt. Die Nachkommen, zuletzt Friedrich Jobst von Witzleben, behaupteten das Rittergut bis 1731. Beurkundet ist der Verkauf des Rittergutes durch Alexander von Witzleben, kaiserlich-königlicher Kammerherr und Oberforstmeister in Gotha, am 7. Juni 1737 mit all seinen Gerichten und Gütern, ausgenommen die Jagdgerechtigkeit für 25.000 Meißnische Gulden an 22 Einwohner von Molschleben.

Nach dem Erwerb reißen die 22 Molschleber Bauern das Rittergut ab und teilen die Ländereien unter sich auf. Als gemeinschaftlicher Lehensträger des „Gutes" wird 1739 der Schultheiß Johann Christian Büchner bestimmt. Die Gerechtigkeit der Schaftrift, sowie das Recht zum Bierbrauen- und ausschenken erwirbt die Gemeinde für 1300 Gulden.

Zu den einschneidensten Ereignissen in der Geschichte des Ortes gehörte der 30-jährige Krieg, der große Not über die Menschen brachte und die Bevölkerung von ehemals 1144 Einwohnern zu Beginn des Krieges auf 348 im Jahre 1641 dezimierte. Der Ausbruch der Pest im Jahre 1683 und der 7-jährige Krieg brachten ebenso großes Leid über die Menschen, wie die zwei großen Brände in den Jahren 1764 und 1778, wo das Dorf binnen kurzer zweimal größtenteils vernichtet wurde. Dank der Solidarität auch aus den Nachbarorten konnten 200 Häuser neu aufgebaut werden.

Seit alters her wird in Molschleben Ackerbau und Viehzucht getrieben. Neben Getreide wurden auch Flachs und Waid angebaut. An den Waidanbau erinnert noch heute der an der Gothaer Straße stehende denkmalgeschützte Waidhof.