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Witterda 

Frühgeschichtliche Funde lassen den Schluß zu, daß die Gegend bereits seit dem Steinzeitalter besiedelt war. Gute Voraussetzungen boten Wald und Wildbestand sowie Quellen und fruchtbarer Boden.

Vermutlich war der Ort bereits seit dem 10. Jahrhundert Eigentum der Mainzer Bischhöfe, denn Witterda war eines der fünf Küchendörfer Erfurts sowie Egstedt, Büßleben, Gispersleben und Stotternheim, die den Mainzer Hof zu versorgen hatten.

Diese Ortschaften mußten Lieferungen für die Küche des mainzischen Stadthalters leisten sowie Heiratsabgabe und Schankgeld abführen. Die Enstehung des Namens Witterda ist vermutlich slawischen Ursprunges.

Das slawische Wort Wit- bedeutet Herr. W i t t e r d a würde somit Herrensitz bedeuten.

Während des Bauernaufstandes 1525 und des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) kam es auch in Witterda zu umfangreichen Plünderungen und Zerstörungen.

Im Ort entstanden Bauernhöfe, an deren Gebäuden man noch die alten Mauerreste sehen kann. Die heute unter Denkmalschutz stehenden steinernden Rundbogentore an den alten Gehöften und die historischen Bauten sind heute im Ort noch sehenswert. Sie stammen noch aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, denn das älteste Rundbogentor zeigt die Jahreszahl 1574 und ist noch gut erhalten.

Die Bezeichnung Schloss oder der Herrengarten sind bis heute noch im Volksmund.

Eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes ist die katholische Kirche St. Martinus. Sie wurde im Jahre 1710 eingeweiht. Ihr waren ein romanischer und ein gotischer Kirchenbau vorausgegangen . Teile davon sind im Turm erhalten, der aus dem Jahre 1553 stammt. Genauso wie die Orgel die damals aus der St.Severikirche in Erfurt eingbaut wurde und bis heute erhalten blieb. Eine Besichtigung des liebevoll restaurierten Kircheninneren ist für Sie liebe Gäste empfehlenswert, leider aber nur mit Anmeldung im Pfarramt möglich. Die Kirche muß verschlossen bleiben, denn manche Zeitgenossen mißverstehen offene Türen des Gotteshauses. Gottesdienste finden jeden Sonntag um 10.00 Uhr statt.

Die Bauern im Dorf nutzen von jeher die klimatisch günstige Lage und den guten Boden für den Anbau von Obst und Feldfrüchten. Eine lange Tradition hat in Witterda der Obstanbau. Apfel und Kirschplantagen umgeben bis heute den Ort. Sehr schön ist es im Frühjahr wenn ein herrlich weißes Blütenmeer die Hänge der Fahner Höhen wie ein Saum begrenzt.

Frühere Erwerbsquellen in der Landwirtschaft fielen zum größten Teil weg und andere kamen durch die Gründung neuer selbständiger Existenzen mit Handwerk und Gastgewerbe hinzu.

So grüßt oberhalb des Ortes die restaurierte bekannte Ausflugsgaststätte „Schöne Aussicht".

Sie können von hier einen herrlichen Blick über die Weite des Thüringer Beckens bis hin zum Kyffhäuser, Kulpenberg mit Fernsehturm und Brocken geniessen.

Anfang des 20. Jahrhunderts war Witterda bereits ein Ausflugsort und auch heute rückt der Fremdenverkehr wieder stärker in den Mittelpunkt. Auch die Entstehung neuer Wohnhäuser und eine gestiegene Einwohnerzahl belegen das Witterda zunehmend zum attraktiven Wohn- und Lebensraum wird.

Chronik

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort Witterda im Jahre 1233, als der Erzbischof Siegfried Ill. von Mainz von den Schenken Heinrich von Apolda durch einen Kauf die Vogteirechte über Witterda erwarb. Schon 1144 wird im Copialbuch des Peters­klosters der Advocatus Wernhere de Witerde auf geführt.

Im 13. Jahrhundert zählte Witterda mit zu den 6 Küchendörfern wie Hochheim, Bindersleben, llversgehofen, Dittelstedt, Melchendorf und Daberstedt welche für den Lebensunterhalt der erzbischöflichen Beamten und auch der Anwesenheit der Herren für das Erforderliche zu sorgen hatten.

Witterda war rund 1000 Jahre unter der Mainzer Herrschaft. 1632-35. Das Gebiet kommt unter die Herrschaft von Schweden, Mainz regiert weiter.

1706 das ganze Erfurter Gebiet von Mainz ist auf 9 Ämter aufgeteilt. Witterda gehört zum Stadtamt Erfurt als Küchendorf. 1802 Witterda kommt zu Preußen. Die Preußen bekommen das Eichsfeld und das Erfurter Gebiet.

1806-1813 ist das Erfurter Gebiet französische Provinz. 1813, Witterda ist im Kreis Erfurt, gehört zu Preußen ( Regierungsbezirk Erfurt).

1872 Es erfolgt eine Trennung von Stadt und Landkreis. Witterda ist Landkreis Erfurt, Sitz ist in Erfurt. Witterda mit Friedrichsdorf ist ein Amtsbezirk.

1932 Witterda gehört zu Weißensee.

1944 Witterda ist jetzt in Thüringen aber noch Landkreis Weißensee.

1952 das Land Thüringen wird aufgeteilt in 3 Bezirke ( Erfurt, Gera, Suhl). Witterda im Bezirk Erfurt ist im Landkreis Erfurt.

1994 Nach der Gebietsreform wird der Landkreis Erfurt aufgeteilt. Witterda und Friedrichsdorf gehören nun zum Landkreis Sömmerda und bildet mit Elxleben eine Verwaltungsgemeinschaft.

Rasdorf heute Friedrichsdorf

Der Name Rasdorf taucht zum erstenmal in einer Urkunde vom 30. November 1217 auf. Das Dorf hat im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts noch bestanden. Es wurde im Thüringischen Bruderkrieg (um 1450) hinweggefegt.

1779 wurde auf dem gleichen Gelände vom kurfürstlichen Landbauinspektor Neithardt der Ort Friedrichsdorf gegründet. So kann Friedrichsdorf noch heute darauf stolz sein und für sich in Anspruch nehmen, dass dieser Neithardt Graf von Gneisenau in jungen Jahren auf der Baustelle von Friedrichsdorf gewirkt hat.

1650 wird Johann Jakob Walter geboren. Er ist der Sohn vom Lehrer Walter und war Kammermusikus und Kapellmeister am Dresdner Hof. Karl Joseph Martin am 16.02. 1678 in Witterda geboren war eingroßer Komponist und Schwedischer Hofkapellmeister am Hof des genialen Königs Gustav III von Schweden Er starb am 15. Dezember 1792. Seine sterblichen Überreste fanden auf eigenen Wunsch bei Brunnsviken nördlich von Stockholm auf einer Halbinsel. die letzte Ruhestätte. Ein 1846 errichteter Grabstein erinnert dort an den Komponisten.